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Wurzellos

Gedanken – Geschichten, Ich in Worten

Eindrücke

Gestern war ich spazieren, oder wandern. Ich weiß es nicht, ist die Länge der Strecke die man dabei zurück legt, ausschlaggebend dafür, ob ich nun wandern oder spazieren war? 

Ich laufe gerne, gestern waren es rund 30 km. Es war herrlich, ich bekomme dabei den Kopf frei. Dann versuche ich mir vorzustellen wie das für die Menschen im Mittelalter war, derren schnellste Art sich fort zu bewegen,  per Pferd und Kutsche geschah. 

Es war eben schön. Die Sonne hatte Kraft, ich hatte Kraft und meine vier beinige Begleitung ebenfalls. 

Und, viele sagten mir, ich werde es bereuen in den Osten zu ziehen. Wie ich denn das nur machen kann?! Tja, aber mir gefällt es hier. Ich habe hier den Abstand, den ich benötige. Vielmehr kann ich mir diesen hier nehmen. 

Ich vermisse auch nicht großartig etwas aus meiner Geburtsstadt. Den ein oder anderen Menschen schon, aber das ist OK. Ob man mich vermisst, keine Ahnung. Wohl eher nicht. Und das was ich wirklich vermisse, kann ich mir nur selber geben… 

Und noch ein paar Eindrücke. 

Ich liebe das Wasser, ich glaube ich war mal ein Fisch, oder sollte man einer werden. 

Und ich finde es immer beeindruckend wie viele Spuren die Vergangenheit hinterlassen hat. Was wohl in 150 Jahren mal von unserer jetzigen Zeit  noch erhalten ist? 

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag 

Nur ein Wort… 

Geflashed, getriggert, nur durch ein Wort

befindet sich mein Kopf an diesem Ort. 

Der Dämon der Vergangenheit, 

stets zur Gewalt bereit. 

Das sind solche Stunden

in denen ich umunwunden 

mit mir selbst kämpfen muss. 

So ersehne ich mir den Todeskuss

Ich laufe von hier bis dort, 

komme immer an diesen Ort

Dort wohnt das kleine ich, 

Und es schreit so fürchterlich

Wie es kauert  dort an  der Wand 

reiche ich meine Hand-

doch es sieht mich nicht, 

denn er steht dort, und es brennt kein Licht 

Es hält schützend die Hand vor den Augen 

es vermag nur dem Dämon zu glauben.

Ja,mein Kind

Ich kann es verstehen 

noch heute muss ich dieses Monster sehen

Es stahl dir deine Stimme in der Kindheit, 

sie wieder herausgeben, ist das Monster bis heute nicht bereit

Ja, mein Kind 

Deine Angst-ich kenne sie

es scheint, als verstürbe sie nie

Ja, mein Kind 

du darfst mir glauben 

Irgendwann- sehen wir es durch dieselben Augen 

Eines Tages ergreifst du meine Hand

und gemeinsam entfliehen wir dieser schweigenden Wand! 

Doch, der Dämon wird niemals verschwinden 

Vielleicht sehen wir ihn kleiner und am sich am Boden winden

Er hat seine Zeichen an uns hinterlassen 

Spuren die niemals verblassen. 

Erst wenn wir sterben, 

Wird wer anderes diese Dunkelheit erben. 


Blickwinkel

Sie sitz dort bei den Schienen, 

Und scheint ihr Leben aufzuwiegen 

Im hier und jetzt, 

So unvernetzt und stark verletzt

Ein Blick zurück und dann schließt sie die Augen 

Bilder vor dem inneren ich

Sie hört längst auf zu glauben 

Das alles verändert sich

Der Wind streicht ihre Haut, 

Sagt ihr, das sie sich nichts traut

Dann hört sie das Wort

Tief im Herzen, in ihrem sicheren Ort

Nimm dein leben in die Hand

Mag sie noch so hoch sein, die Wand

Du schaffst es, kletter hinüber 

Sieh nach, vielleicht geht die Trauer vorüber 

Ein Stück Trauer bleibt in dir

Denn du, und ich,waren mal wir. 

Sie steht auf und geht

Noch bevor der Wind vergeht 

Dieses Mal nich‘

Dieses Mal fährt der Zug ohne dich

Morgens…

… wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin, dann geht es mir gut. 

Für den Augenblick. 

Wenn die Sonne mit aller Kraft versucht durch die Wolken zu brechen,das macht sie jeden Morgen aufs Neue. Tag für Tag,kämpft sie sich durch.Sie weiß,  es lohnt sich.So viele Menschen erfreuen sich, wenn sie die Wärme der Sonne auf ihrer Haut spüren. 

Heimweh 

Oder einfach nur traurig? 

Manchmal blicke ich zurück, 

Suche mein Glück 

Vergangen sind die Minuten, Stunden und Tage 

Zurück bleibt die unendliche Frage

Lohnt dies leben? 

Da muss es was besseres geben. 

Nur, was bedeutet leben? 

Sich der Zukunft ergeben? 

Der Faden der Vergangenheit…schmerzlich steht er bereit

Und ich? Bin niemals soweit

Ich oder die anderen?

Einmal mehr Frage ich mich, bin ich diejenige, die schwer zu verstehen ist,oder sind es die anderen die ich nicht verstehe? 

Kann ich, wenn ich mich unterhalte von meinem Gegenüber mehr erwarten als ich es mache, oder erwartet mein Gegenüber zu viel von mir? 

Wenn ich doch einfach keine Lust auf Smalltalk habe,kann ich das sagen?Muss ich mich ständig rechtfertigen? Für mich, für meine Weltanschauung?

 Weil, genau das ist doch, zumindest in meinen Augen, weil eben jeder anders ist dreht sich die Welt. Aber die Welt dreht sich mit uns,nicht um uns. Das verstehen einige einfach nicht. Und wozu Smalltalk halten,wenn es doch so viel Bigtalk zu halten gäbe?

Aber, wenn man so denkt und auch noch die Gedanken dreister Weise kommuniziert, dann ist man eben introvertiert und ein Eigenbrötler, schlimmer noch: nämlich ein introvertierter Eigenbrötler!

Wunschpunkte? 

Vor einiger Zeit war ich mit meinem Hund spazieren und wir trafen ein kleines Mädchen. Sie sagte, sie fände den Hund total süß weil er Wunschpunkte auf der Nase hat.Wie das SAMS. Ich persönlich finde das SAMS nicht sonderlich niedlich. Aber das spielt auch gar keine Rolle. Und ich habe das Mädchen samt SAMS wieder vergessen.

Jetzt saß mein Hund mir gegenüber, sah mich erwartungsvoll an, und mir fiel das Mädchen wieder ein. Warum auch immer.

Also drückte ich einen schwarzen Punkt auf der Nase meines Hundes und sagte: „Ich wünsche mir ganz viel Liebe!“ Mein Hund schleckte mit seiner Zunge quer durch mein Gesicht. Gut, dann muss dieser Punkt tatsächlich ein Wunschpunkt sein.Denn das war ganz offensichtlich Liebe….

Von Neugierde (und Langeweile) getrieben, drückte ich auf den nächsten Punkt. Und sagte:“ Ich wünsche mir Spaß!“Ja, den bekam ich, denn mein Hund schielte auf meinen Finger, sichtlich genervt,weil ich ihm immer wieder auf die Nase pickste… Und, das machte Spaß! 

Also, hatte das Mädchen Recht.Mein Hund hat Wunschpunkte.

Mein halbes Leben….

…habe ich damit zugebracht, oft darüber nachdenken,wie ich dieses für mich manchmal unerträglich erscheinende Leben beenden kann….Irgendwann kam ich zu dem Entschluss, leben zu wollen. Mein Leben leben zu wollen. Und zwar so wie es ist. Mit allem vergangenen, mit allen Erinnerungen,den guten und den schlechten. 

Irgendwann, sagte ich mir, ich bin so wie ich bin, weil ich das bin was ich bin, nämlich die Summe meiner Erfahrungen- Einfach ich. Es gibt noch immer Tage,an denen ich mich hasse, Tage an denen ich mein eigenes Spiegelbild nicht ertrage.

Aber diese Tage dominieren nicht mehr mein Leben. Ich bestimme, wann ich mich schlecht fühle, und wann gut. Ich bestimme, welche Beziehungen mir gut tun, und welche nicht. Und ich bestimme wen ich an meinem Leben teilhaben lasse…..

Damit komme ich zurecht…. Ich dachte, endlich….So viele Jahre der Knechtschaft meinesselbst…..Mit viel Glück schaffe ich das doppelte meines jetzigen Lebens freudiger und selbstbestimmt…..

Doch dann….Kommt es wieder…. Fremdbestimmt….Wenn man eine Diagnose beim Arzt bekommt, die keiner psychischen Ursache entspringt. 

Diese Diagnose bedeutet, das man sich den Rest seines Lebens einschränken muss…. BAM,und wieder mal zu früh gefreut.Hätte ja Mal was gut laufen können,in meinem Leben.

Das wollte ich doch eben nie mehr machen….Mich einschränken….Und nun, habe ich gar keine andere Wahl…

Der Umzug

Ich sitze auf meiner Couch inmitten meines Gedanken Puzzles….die Gedanken denken selbstständig.Um mich herum stehen gepackte Kartons, noch viel zu wenige,wenn ich bedenke das ich am Wochenende umziehen werde.

Eigentlich will ich nicht mehr umziehen.Denn in den vergangenen 20 Jahren ist es nun der zwölfte Umzug. Dabei ist er dieses Mal gewollt. In eine Wohnung, die ich mit bedacht und Zeit ausgewählt habe. 

Die andern Umzüge fanden statt, weil ich flüchten musste, vor mir und meiner Vergangenheit. Jetzt bin ich fast 500 km von einem Zuhause,das ich nie hatte, entfernt. Ich ziehe in ein Zuhause, das ich nie haben werde. Immer im Gepäck mich und meine Vergangenheit. Und ich habe das Gefühl,dass mein Gepäck in den Jahren immer schwerer anstatt leichter wird. Obwohl ich dieses Mal mit Vorfreude und Freiwillig in diese wunderschöne Wohnung ziehe,hat es einen bitteren Beigeschmack. Eigentlich habe ich es satt, zu gehen. Denn mit jedem gehen beginne ich eine neue Suche. Eine Suche, die vermutlich vergebens ist. 

Ich freue mich wirklich,auf diese neue Wohnung.Doch mit jedem gepackten Karton kommen die Gedanken.

Wird dies mein letzter Umzug sein? Werde ich mich irgendwo Zuhause fühlen? Ankommen?So richtig?

Ist es wirklich notwendig gewesen, von West nach Ost, von Ost nach Süd, von Süd nach Nord zu ziehen, um der Vergangenheit und mir zu entfliehen? 

Nein, immer zu spät, merke ich, dass das nicht funktioniert. Aber wie funktioniert es dann? 

Dieses Gefühl der Leere, diese Trauer und Wut und diese Sehnsucht, diese tiefe Sehnsucht sitzen in mir.

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